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01 June 2012 / DE

Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit – nachhaltiger Tourismus als Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung

Erklärung der Fraktion der Europäischen Volkspartei im Ausschuss der Regionen

Die Fraktion der Europäischen Volkspartei im Ausschuss der Regionen:

  1. unterstreicht die große Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Bemühungen der Europäischen Union um Wachstum und Beschäftigung, da Europa weltweit nach wie vor das wichtigste Reiseziel ist und der Tourismus sozio-ökonomisch gesehen den drittgrößten Sektor bildet. Gemeinsam mit den dazugehörigen industriellen Clustern und Dienstleistungen generiert der Tourismus bis zu 10% des europäischen BIP und schätzungsweise 12% aller Arbeitsplätze;
  2. begrüßt die europäische Dimension des Fremdenverkehrs, die durch den Vertrag von Lissabon gestärkt wurde, und unterstreicht die Bedeutung der Förde­rung ihrer Wettbewerbsfähigkeit;
  3. bedauert, dass der Fremdenverkehr in Europa aufgrund der derzeitigen Wirtschafts­krise schwere Zeiten durchmacht; verweist jedoch auf das Wachstumspotenzial dieser Branche, die in den vergangenen 10 Jahren einen höheren Beschäftigungszuwachs verzeichnen konnte als andere Wirtschaftsbran­chen und damit zur wirtschaftlichen Erholung in etlichen Mitgliedstaaten beiträgt;
  4. glaubt, dass die neue Rolle Europas im Tourismus zu einer größeren Unterstützung sämtlicher Interessenträger dieser Branche – zu der auch die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften gehören – führen muss, indem wirtschaftlich, sozio-kulturell und ökologisch zukunftsfähige Investitionen in einen nachhaltigen Tourismus getätigt werden, bei denen die lokalen und regionalen Besonderheiten gleichermaßen berücksichtigt warden;
  5. ist der Auffassung, dass den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in Europa eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung eines hochwertigen und nachhaltigen Fremdenverkehrs zukommt und dass die Multi-Level-Governance das Hauptinstrument zur Förderung der Zusammenarbeit in der Branche sein sollte;

    Eine wettbewerbsfähige Tourismusbranche schaffen und die Strategie   Europa 2020 umsetzen
  6. unterstreicht die enge Verbindung zwischen der Entwicklung des Fremdenver­kehrs und der Europa-2020-Strategie, da er Investitionschancen in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung sowie Initiativen und politische Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Integration eröffnet;
  7. unterstreicht die Bemühungen der EU zur Bestimmung hochwertiger Reiseziele durch das Portal “Herausragende europäische Reiseziele” (EDEN) auf der Grundlage von Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung und bestärkt diese Reiseziele darin, durch den Austausch bewährter Verfahren und die Stärkung der Partnerschaft mittels der Schaffung eines europäischen Netzes für Spitzenleistungen im Fremdenverkehr zusammenzuarbeiten;
  8. plädiert für die Entwicklung eines europäischen Tourismusgütesiegels als Instrument, mit dem der besondere Charakter der Regionen, auch in Bezug auf Landwirtschaft und Gastronomie, publikumswirksam gefördert und Europa als “Markenzeichen” weltweit konsolidiert werden kann;
  9. fordert praktische Maßnahmen, um technologische Innovationen im Tourismus als Teil der digitalen Agenda für Europa zu fördern, und macht insbesondere auf den Beitrag der KMU aufmerksam, die diese Branche prägen und Unterstützung benötigen, um die Möglichkeiten des digitalen Binnenmarktes voll ausschöpfen zu können; unterstreicht weiterhin die Bedeutung öffentlich-privater Partnerschaften in diesem Bereich;
  10. betont neben der Bedeutung der Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen auch, wie wichtig es ist, Partnerschaften mit nichtstaatlichen Organisationen, Universitäten und Forschungs- und Entwicklungszentren einzugehen, um die Innovation im Fremdenverkehr zu fördern;
  11. empfiehlt die nachhaltige und verantwortungsbewusste Förderung des Fremdenver­kehrs durch Berücksichtigung, Wahrung und Förderung des immateriellen Kulturerbes und der Kulturgüter in innovativen Formen der Politikgestaltung und glaubt, dass dies ein Kernbestandteil der europäischen Strategie für den Fremdenverkehr und ein wesentlicher Faktor für die regionale Attraktivität sein soll;
  12. unterstützt die Durchführung groß angelegter Kulturfestivals und Kultur-veranstaltungen, wie der Initiative “Kulturhauptstädte Europas”, in deren Rahmen die Städte in ihre Infrastruktur investieren können, um sich langfristig als hochwertige und attraktive Reiseziele und als Orte zu positionieren, in denen man gerne lebt und arbeitet;
  13. betont, dass die Kohäsionspolitik und sonstige europäische Finanzressourcen genutzt werden sollten, um den Tourismus in den Städten und Regionen der EU zu unterstützen. Dies könnte durch die Finanzierung von Projekten zur Entwicklung des Fremdenverkehrs, der Infrastruktur, des Verkehrs, des Umweltschutzes oder für Bildungszwecke bzw. die bessere Verankerung von Kunst, Kultur und Kreativindustrien geschehen;
  14. unterstützt den Austausch bewährter Praktiken und Synergien sowie die Schaffung von Kooperationsplattformen im Tourismusmanagement und in der Planung durch europäische Instrumente, wie den Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) oder weitere thematische Netze, darunter das Netz der ehemaligen, derzeitigen und künftigen Kulturhauptstädte Europas;

    Gesellschaftliche Herausforderungen auf EU-Ebene
  15. unterstreicht, dass die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften durch den Tourismus den Niedergang der Industrie, der Vorstädte und des ländlichen Raums abwehren können und dass der Fremdenverkehr konkrete Wege bieten kann, um in Regionen, die von sozialer Marginalisierung, Immigrationsproblemen und Zersiedlung betroffen sind, für neue Impulse und neues Leben zu sorgen;
  16. unterstreicht die Bedeutung des Konzepts “Tourismus für alle“, das die Mobilität und die soziale Inklusion aller sozialen Gruppen und Altersstufen sowie der Menschen mit physischen und geistigen Behinderungen vorsieht und in Fremdenverkehrsgebieten insbesondere außerhalb der Hauptsaison ein zusätzliches Einkommen bieten kann;
  17. erkennt an, dass sich auch der Tourismus mit der globalen Problematik des Klima­wandels auseinandersetzen muss; unterstützt die lokalen und regionalen Gebiets-körperschaften sowie die Privatwirtschaft in ihren Bemühungen um die Förderung “grüner” und nachhaltiger Alternativen des Fremdenverkehrs in Verbindung mit der Landwirtschaft, die zudem dem Schutz der natürlichen Umwelt dienen.